Who is Frau Troffea? (UA)

Ceren Oran

Donnerstag, 16. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Gasteig / Celibedacheforum
Freitag, 17. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Professor-Huber-Platz
Samstag, 18. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Wiener Platz
Sonntag, 19. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Am Lenbachhaus. Im Rahmen der GLÄNZENDEN DEMONSTRATION der VIELEN in Bayern
Montag, 20. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Muffatwerk
Dienstag, 21. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Giesinger Bahnhof
Mittwoch, 22. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Stadtbibliothek Hasenbergl
Donnerstag, 23. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: PEP / Neuperlach Zentrum
Freitag, 24. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Kreativquartier
Samstag, 25. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Kreativquartier
Sonntag, 26. Mai 2019, 14 - 21 Uhr, Ort: Kreativquartier
Dauer: 7 Stunden, Eintritt frei, Zugang jederzeit möglich

Artist Talk beim Symposium am 17. Mai um 16.45 Uhr, Eintritt frei

Straßburg, im Sommer 1518: eine Frau beginnt auf der Straße zu tanzen. Frau Troffea, wie die Quellen sie nennen, tanzt und tanzt. Stundenlang. Mehrere Tage. Über Monate. Andere tun es ihr nach. An die 400 Menschen sollen es gewesen sein, die tanzen, bis sie vor Erschöpfung und Schmerzen zusammenbrechen. Manche sterben. Dieser Tanzexzess ging als »Straßburger Tanzwut von 1518« in die Geschichte ein. Über die Gründe rätselt man bis heute. Neuere Forschungen vermuten in dem Tanztaumel eine Reaktion auf unsichere Zeiten. Nach den individuellen, emotionalen Gründen für das Tanzen sucht auch die Wahlmünchnerin Ceren Oran. Ihr Tanzmarathon – 10 Tage à 7 Stunden an unterschiedlichen Plätzen – speist sich aus Bewegungssequenzen, die sozial, politisch oder persönlich inspiriert sind und untereinander geteilt werden. Geteilt werden auch Materialien und Kommentare auf www.whoisfrautroffea.com.

Mit der Uraufführung Who is Frau Troffea? bei DANCE 2019 präsentiert die 1984 in Istanbul geborene Tänzerin, Choreografin und Soundpainterin ein weiteres Ergebnis ihrer andauernden Recherche zum erschöpften beziehungsweise sich erschöpfenden Körper. In ihrem Stück Rush Hour (2017) trieben Laufbänder die PerformerInnen bis an ihre Grenzen und darüber hinaus. Wie weit kann ein Körper gehen? Wie lange können die Tanzenden die performative Qualität aufrechterhalten? Während sich die Choreografie Who is Frau Troffea? über sieben Stunden lang anreichert, lassen die Körper mehr und mehr nach. Zufällig vorbeikommende PassantInnen und zielgerichtetes Publikum sind konfrontiert mit zunehmend abgekämpften Tänzerinnen und Tänzern. Sie tauchen während des Festivals an unterschiedlichen Plätzen Münchens auf. (Infos auf: www.whoisfrautroffea.com)

Ihre Interventionen in den sozialen Alltag der Stadt nehmen Bewegungsmotive politischer Proteste auf, die ikonisch geworden sind: die junge Frau Jan Rose Kasmir, die während der Anti-Vietnamkriegsdemonstrationen 1967 mit einer Blume vor der amerikanischen Nationalgarde stand, der Tank Man, der sich mit zwei Einkaufstüten in den Händen vor die Panzer auf dem Platz des Himmlischen Friedens stellte, und der Standing Man, dessen Bild 2013 vom Taksim-Platz aus um die Welt ging. Zudem recherchierte Ceren Oran, die ihr Studium 2006 mit einem MA in International Choreographic Exchange am Salzburger SEAD abschloss, warum Menschen überhaupt tanzen. Die TänzerInnen ihres internationalen und multiethnischen Teams ließen ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen einfließen. Je persönlicher ihr Tanz, umso überzeugender, sagt Ceren Oran. Ihr Kernteam stammt aus Deutschland, der Slowakei, der Türkei, Israel und Kolumbien. Ergänzt wird es um Studierende von SEAD - Salzburg Experimental Academy of Dance. Die Musik für Who is Frau Troffea? stammt vom Komponisten und DJ Hüseyin Evirgen, der viel Erfahrung mit Langzeit-Live-Acts hat. Eine mehr als sieben Stunden dauernde Techno-Landschaft funktioniert ohne Sampler oder Computer auf elektronischen Musikinstrumenten und via Sound-Generatoren. Das vorproduzierte Material, eine Art Rohversion, wird in einem Take gespielt und aufgenommen. Spezielle Soundsignale orientieren die TänzerInnen und hre Körper in Leidenschaft und Erschöpfung, in Dynamik und Stille.

 

Konzept: Ceren Oran
Choreografie: Ceren Oran, 
Daphna Horenczyk, Dante Murillo, Jaroslav Ondruš, Roni Sagi, Karolína Hejnová
TänzerInnen: Daphna Horenczyk, Dante Murillo, Jaroslav Ondruš, Roni Sagi, Karolína Hejnová, Ceren Oran und TänzerInnen von SEAD - Choreographisches Zentrum Salzburg: Samuli Emery, Michaela Kadlčíková, Jin Lee, Sati Veyrunes, Bry Prunelle, Susanna Ylikoski, Ana Bleda Torres, Akira Yoshida, Jovada Zelenovic
Musik: Hüseyin Evirgen
Dramaturgische Begleitung: Jean-Baptiste Charlot
Technische Betreuung: Dennis Kopp
Assistenz: Emma Herrschmann

Künsterlische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro
Fotos: © Dieter Hartwig


Die Produktion wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, in Zusammenarbeit mit SEAD – Choreographisches Zentrum Salzburg und dem TANZBÜRO München.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit freundlicher Unterstützung von: Dance Watch und Czech Centres.

Die Produktion wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit SEAD - Salzburg Experimental Academy of Dance und Tanzbüro München.

Ceren Oran ist Mitglied der Tanztendenz München e. V.