Emanuel Gat: "LOVETRAIN2020" - © Julia Gat

Emanuel Gat: "LOVETRAIN2020" - © Julia Gat

Emanuel Gat: "LOVETRAIN2020" - © Julia Gat

Emanuel Gat: "LOVETRAIN2020" - © Julia Gat

Emanuel Gat Dance

LOVETRAIN2020

Volle Kraft rückwärts in die 1980er Jahre! Emanuel Gat bringt mit den Hits des britischen Duos Tears for Fears den Synthiepop zurück. Ein "zeitgenössisches Musical" nennt der israelische Choreograf sein Stück für 14 Tänzer*innen, das im vergangenen Oktober beim Festival "Montpellier Danse 40 bis" uraufgeführt wurde. Musikalisch ist LOVETRAIN2020 eine Hommage an den eingängigen, tanzbaren Sound der beiden Musiker aus Bath. Tänzerisch reflektiert das in der Pandemie entstandene Werk Abschattierungen zwischen Gruppe und Individuum, Anziehung und Abstoßung, Vergesellschaftung und Alleinsein. Den Kontrapunkt setzen Kostüme aus schimmernden Stoffen, mit voluminösen Faltenwürfen in barocker Opulenz. Ein elektrisierender Mix. Let's dance again!

In einer Zeit, in der Diskotheken und Clubs geschlossen sind, wirkt LOVETRAIN2020 von Emanuel Gat wie eine Befreiung und Rückkehr in eine andere, die "normale", Welt. Die Uraufführung beim letztjährigen Festival in Montpellier geriet wohl auch nicht zuletzt deswegen zum Triumph. Gat, der zur Zeit am l'Arsenal - Cité Musicale Metz arbeitet, zählt zu den renommiertesten zeitgenössischen Choreografen. Er tanzte in Israel im Ensemble von Liat Dror Nir Ben Gal, gründete dann 2004 seine Kompanie Emanuel Gat Dance und erregte bereits mit seinen frühen Stücken internationale Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt, weil er mit seiner hohen musikalischen Sensibilität Kompositionen gegen den Strich las und sich zum Beispiel in seiner Choreografie zu Igor Strawinskys Sacre du printemps mit dem kubanischen Salsa auseinandersetzte. 2008 kam sein erstes Werk in Frankreich heraus, wo Emanuel Gat seither lebt und arbeitet. Mit seiner Produktion SUNNY war er 2017 zu Gast bei DANCE.

LOVETRAIN2020 feiert das laute, pralle Leben. Doch es gibt einen Subtext, den die Musikauswahl selbst liefert: Das Duo Tears for Fears wählte seinen Namen nach einem Zitat des Psychotherapeuten Arthur Janov, dem Vater der sogenannten Urschrei-Therapie, der "tears as replacements for fears" propagierte. Die Texte sind durchzogen von psychischen Nöten und sozialen Verwerfungen. Harmlose Hits jedenfalls mag Emanuel Gat nicht im Sinn gehabt haben, als er - in Zeiten der Pandemie - diese Musik für sein Stück mit einer und über eine Gruppe von Menschen ausgesucht hat. Auch die gebauschten Röcke, das schimmernde Layering und die voluminösen Faltenwürfe der Kostüme von Thomas Bradley erzählen von luxuriösen Gesellschaftsevents, die jedoch mehr eine Erinnerung, eine Chimäre sind, als wären die Tänzer*innen auf dem Weg dorthin von irgendetwas abgelenkt worden …

Freitag, 14. Mai 2021, 19:30 Uhr
Samstag, 15. Mai 2021, 19:30 Uhr

Carl-Orff-Saal (tbc.)

Choreografie und Licht: Emanuel Gat
Kostüme: Thomas Bradley
Kostümherstellung: Thomas Bradley, Wim Muyllaert
Technische Direktion: Guillaume Février
Von und mit: Eglantine Bart, Thomas Bradley, Robert Bridger, Gilad Jerusalmy, Péter Juhász, Michael Loehr, Emma Mouton, Eddie Oroyan, Rindra Rasoaveloson, Ichiro Sugae, Karolina Szymura, Milena Twiehaus, Sara Wilhelmsson, Jin Young Won
Musik: Tears for Fears
Eine Produktion von Emanuel Gat Dance
Kompanie-Managerin: Marjorie Carré
Produktionskoordination: Antonia Auday

Koproduktion: Festival Montpellier Danse 2020, Chaillot - Théâtre national de la Danse, Sadler's Wells London, Arsenal Cité musicale - Metz, Theater Freiburg, mit der Unterstützung von Romaeuropa Festival. Emanuel Gat Dance bedankt sich für die Unterstützung des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation, von DRAC Provence Alpes-Côte d'Azur, der Stadt Istres, Region Sud - Provence-Alpes-Côte d'Azur und des Regionalrats von Bouches-du-Rhône. Erarbeitet bei Agora - cité internationale de la danse in Montpellier.

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